Mit dem Forschungsprojekt „RekonKI“ entsteht ein innovativer Ansatz für die digitale Denkmalpflege: Ziel ist die Entwicklung eines KI-gestützten Assistenzsystems, das die Rekonstruktion historischer Objekte und Bauwerke effizienter, transparenter und wissenschaftlich fundierter unterstützt. Das Projekt wird im Rahmen der Fördermaßnahme „Nutzen in Daten-Ökosystemen: Wettbewerb – Kommunikation – Kooperation (DigiNutzenDat)“ gefördert und läuft vom 01.01.2026 bis 31.12.2028.
Historische Denkmäler sind häufig nur unvollständig dokumentiert. Pläne, Fotografien oder Beschreibungen liegen oft analog, fragmentiert oder verteilt vor. Die Rekonstruktion erfordert daher umfangreiches Expertenwissen und einen hohen manuellen Aufwand. Genau hier setzt RekonKI an: Mithilfe von Künstlicher Intelligenz sollen historische Datenquellen, Expertenwissen und digitale Modelle intelligent miteinander verknüpft werden, um Rekonstruktionsprozesse zu unterstützen und neue digitale Werkzeuge für die Denkmalpflege bereitzustellen.
Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer umfassenden Wissens- und Datenbasis. Diese verbindet digitalisierte historische Informationen mit dem impliziten Wissen von Restauratorinnen, Denkmalpflegern und Fachleuten. Auf dieser Grundlage entwickelt das Projekt eine Software, die relevante Eigenschaften historischer Objekte analysiert und daraus Rekonstruktionsvorschläge ableitet. Ergänzend werden Simulationen und Visualisierungen erzeugt, um unterschiedliche Rekonstruktionsvarianten direkt vergleichen und bewerten zu können.
Das Projekt zeigt beispielhaft, wie KI künftig in der Denkmalpflege eingesetzt werden kann – nicht als Ersatz menschlicher Expertise, sondern als intelligentes Assistenzsystem zur Unterstützung komplexer Entscheidungen. Moderne Technologien wie 3D-Scanning, digitale Zwillinge und KI-gestützte Analyseverfahren eröffnen dabei neue Möglichkeiten für die nachhaltige Sicherung kulturellen Erbes.
An RekonKI arbeiten Partner aus Forschung, Denkmalpflege und Wirtschaft interdisziplinär zusammen. Beteiligt sind unter anderem:
- Hochschule Reutlingen
- Netzwerk Südwestsachsen Digital (SWS Digital) e.V.
- pons asini, Linke, Dähne & Partner Restauratoren
- Staatliche Kunstsammlungen Dresden
- Technische Universität Bergakademie Freiberg
- Textilforschungsinstitut Thüringen-Vogtland e.V. (TITV e.V.)
Gemeinsam verfolgen sie das Ziel, digitale Technologien praxisnah für den Erhalt historischer Kulturgüter nutzbar zu machen.
Langfristig besitzt die entwickelte Technologie auch Potenzial über die Denkmalpflege hinaus. Anwendungen in den Bereichen Bauwesen, digitale Dokumentation oder kulturelle Bildung sind denkbar. RekonKI leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Verbindung von Künstlicher Intelligenz, Digitalisierung und kulturellem Erbe.
Dieses Projekt wird im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit“ durch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.
