Am 28. Mai fand an der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) eine Dialogveranstaltung statt, die Forschung und Praxis zusammenbrachte: "Data Driven Industries and Crafts – Automatisierung und Robotik im Mittelstand." Eingeladen hatten Südwestsachsen Digital e.V. und die WHZ, in Kooperation mit dem  Innovationscluster Robotics Saxony. Im Mittelpunkt stand eine Frage, die viele mittelständische Unternehmen bewegt: Wie können Daten, Automatisierung und Robotik konkret im Betrieb genutzt werden?

 

Daten als gemeinsamer Nenner moderner Technologien

Den inhaltlichen Einstieg bildete der Vortrag von Madlene Leißau mit dem Titel "Von der Maschine zur Intelligenz – Daten als gemeinsamer Nenner moderner Technologien." Die zentrale Botschaft: Ob Automatisierung, Robotik oder Künstliche Intelligenz – alle modernen Produktionstechnologien basieren auf Daten. Klassische Planungsansätze stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Datengetriebene Methoden, Simulation und Digital Twins schaffen Transparenz und machen Prozesse skalierbar. Entscheidend ist dabei nicht, auf perfekte Datensätze zu warten, sondern mit vorhandenen Daten zu starten, zu iterieren und schrittweise zu lernen.

 

Vorausschauende Wartung und präzise Fertigung

Frank Weirauch von der Starrag GmbH zeigte, wie Diagnosemessungen von Maschinenzuständen für vorausschauende Wartung genutzt werden können. Daten aus laufenden Maschinen liefern frühzeitig Hinweise auf Verschleiß und vermeiden ungeplante Ausfälle. Ergänzend dazu stellte Maik Schönfeld Ansätze zur datengestützten Kompensation an Spezialwerkzeugmaschinen vor, die durch analytische Modelle eine höhere Fertigungsgenauigkeit ermöglichen.

 

Robotik in Pflege, Handwerk und Industrie

Prof. René Schubert beleuchtete ein oft unterschätztes Einsatzfeld: Robotik in der Kranken- und Altenpflege. Auch hier bilden Daten die Grundlage für sensorgestützte Systeme, die Menschen entlasten können. Aus der Industrie berichteten Björn Rülke (Rülke GmbH) über den erfolgreichen Einsatz von Robotik in der Holzveredelung sowie Martin Hiersemann und Tilo Sigmund über Prozessoptimierung durch datengestützte Abläufe. Die Praxisbeispiele zeigten: Automatisierung im Mittelstand ist keine Zukunftsvision, sondern bereits gelebte Realität.

 

Von sensorbasierten Werkzeugen zur humanoiden Robotik

Dr. Marcel Todtermuschke vom Fraunhofer IWU skizzierte die Entwicklung der Robotik: vom sensorbasierten Werkzeug hin zur humanoiden Robotik. Dieser evolutionäre Sprung wird durch eines ermöglicht: bessere, umfangreichere und klüger genutzte Daten. Das Forschungsnetzwerk Smarte KI-basierte Robotik (SKR) stellte in diesem Zusammenhang seine Arbeit vor, führende sächsische Forschungsakteure im Bereich Robotik zu vernetzen.

 

Austausch zwischen Wissenschaft und Mittelstand

Die Vorträge schlossen mit Laborführungen durch die Fakultät Automobil- und Maschinenbau sowie einem Blick in das SchülerLab der WHZ. Der direkte Austausch zwischen Forschung und Unternehmen zeigte im Networking, dass der Einstieg in datengetriebene Automatisierung und Robotik für den Mittelstand erreichbar ist – mit dem richtigen Netzwerk, konkreten Anwendungsbeispielen und dem Mut, mit vorhandenen Daten anzufangen.

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